Lesung: Ungewöhnliche Frauen

Das Motto der diesjährigen Frühjahrslesung in der Stadtbücherei Aichach lautete "Ungewöhnliche Frauen". 
Einige unserer Schauspielerinnen lasen aus ausgewählten Büchern:

 

 

 

1. Nicci French: Blauer Montag 

2. Marlen Haushofer: Die Wand 
3. Isabelle Autissier: Herz auf Eis 
4. Virginia Evans: Die Briefschreiberin 
5. Lena Gorelik: Die Listensammlerin 
6. Tim Erzberg: Hell-Go-Land 
7. Rosamunde Pilcher: Die Muschelsucher
 

von links nach rechts:  Lena Dauber, Anna Helleis, Teresa Neumeier, Nelly Burkhardt,

Conny Metz, Pauley Peter, Karin Schmidt und Büchereileiterin Susanne Lucas

 

 

AN, 28.04.26

Frauen in der Literatur: Schauspielerinnen präsentieren ausgewählte Werke in Aichach

Eine Lesung in der Stadtbücherei Aichach dreht sich um das Frauenbild in der Literatur. Mitglieder des Volkstheaters stellen besondere Bücher vor.

 

Das Frauenbild in der Literatur – diese Idee hatte die Leiterin der Aichacher Stadtbibliothek, Susanne Lucas, vor Augen, als sie aus ihren Beständen Romane aussuchte, um sie einigen Schauspielerinnen des Aichacher Volkstheaters zum Vorlesen zur Auswahl anzubieten. Der rote Faden sollte die Charakterisierung ungewöhnlicher Protagonistinnen in der Literaturwelt sein.

Bei der Lesung füllten mehr als 50 Personen das kleine Auditorium in der Bücherei bis auf den letzten Platz, was Susanne Lucas und ihre ehrenamtlichen Helferinnen sehr freute. Sie hatten Erfrischungen und Knabbereien vorbereitet, damit die Gäste in der Pause bei einem Gläschen Wein miteinander plaudern konnten. Gesprächsstoff gab es reichlich. Die Vortragenden hatten sich gut eingelesen und treffende Passagen ausgewählt, was bei dem enormen Seitenumfang mancher Werke nicht immer einfach ist. Als Vorgabe galt es ja, einen gewissen zeitlichen Rahmen einzuhalten. Jede Leserin hatte sich eine dramaturgische Anmoderation überlegt, um auf den dann folgenden Vortrag einzustimmen.

Frauen lesen in Aichach aus „Blauer Montag“ und „Die Wand“

Den Auftakt machte Lena Dauber, die aus dem Thriller „Blauer Montag“ von Nicci French las. Er dreht sich um die Psychotherapeutin Frieda Klein, die der Polizei bei der Suche nach einem vermissten Jungen hilft und dabei Zusammenhänge zu den Fantasien eines ihrer Patienten erkennt. Danach las Anna Helleis eine Passage aus „Die Wand“ von Marlen Haushofer. Der Roman erzählt die Geschichte einer Frau, die urplötzlich von einer undurchdringlichen, gläsernen Wand von der restlichen Welt abgeschnitten wird und versucht, mit den wenigen ihr noch verbliebenen Mitteln zu überleben.

Teresa Neumaier nahm sich Isabelle Autissiers Roman „Herz aus Eis“ vor. Das Buch erzählt die Geschichte eines Paares, das während einer Weltumsegelung auf einer unbewohnten Insel vor Kap Hoorn strandet und um sein Überleben kämpft. Es thematisiert psychologische Grenzen, Liebe und Extremsituationen. Cornelia Burghardt las aus „Die Briefeschreiberin“ von Virginia Evans. In ihrem Debütroman beschreibt die Autorin die Lebensgeschichte von Sybil van Antwerp in Briefen, die sie geschrieben oder erhalten hat. Zusammen erzählen sie von einem Leben mit all seinen Höhen und Tiefen und von einer Frau und Juristin, die sich mit dem geschriebenen Wort bestens auszudrücken wusste. 

 

Bei der Lesung in der Stadtbücherei ist auch ein Werk eines männlichen Autors dabei

 

Nach der Pause setzte Conny Metz den Vorleseabend mit „Die Listensammlerin“ von Lena Gorelik fort. Beschrieben wird hier unter anderem das seltsame Gebaren einer jungen Frau, die seit ihrer Kindheit über alles und jedes, selbst die banalsten Themen, Listen anfertigt. Ihre Mutter war seinerzeit darüber sehr besorgt und schleppte sie gegen ihren Willen zum Psychologen, woraus sich einige witzige Dialogpassagen ergeben.

Nun kam Pauley Peter an die Reihe, die aus dem Thriller „Hell-go-Land“ des einzigen männlichen Autors in der Bücherauswahl, Tim Erzberg, vorlas. In ihrer sehr persönlich gehaltenen Hinführung wies Peter auf einige Textpassagen hin, die ihrer Meinung nach ein klischeebehaftetes Bild von Frauen widerspiegeln, wie etwa, dass es das höchste Streben für sie sei, verheiratet zu sein. Karin Schmidt beschloss mit Rosamunde Pilchers „Die Muschelsucher“ den Abend. Deren Romanfigur Penelope Keeling besitzt ein Gemälde mit dem Titel „Die Muschelsucher“, das ihr Vater einst malte. Als ihre Kinder erfahren, dass das Werk mittlerweile ein Vermögen wert ist, entbrennt ein heftiger Streit darum. Doch Penelope kann sich nicht von dem Bild trennen.

Die Büchereileitern bedankte sich bei den Leserinnen mit Blumen und gab der Hoffnung Ausdruck, Anregungen zum Weiterlesen gegeben zu haben. Alle vorgestellten Bücher können in der Stadtbibliothek entliehen werden. 

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