Sandepot-Fest

 

Am letzten Ferienwochenende luden die drei Aichacher Vereine IG Rock, Kunstverein und Volkstheater zu zwei unterhaltsamen Tagen mit Musik, Kunst und Theater.

 

 

Das Wochenende - Résumé:

Kultur nimmt in der Kleinstadt Aichach einen großen Stellenwert ein. Zu Recht, wie sich am Wochenende auf dem San Depot Fest von IG Rock, Kunstverein und Volkstheater zeigte. Rund 150 Besucher zog das kulturelle Zusammenspiel an, die sich von Kunst, Musik und Theater begeistern ließen.

Bürgermeister Klaus Habermann sagte schon zu Beginn der Veranstaltung, dass das San Depot für ihn ein guter Ort sei, um Kunst und Kultur eine Heimat zu geben. Er sieht das San Depot Fest als „Probelauf für weitere kulturelle Projekte“.

Kulturreferent Dr. Erwin Lotter machte klar, dass Aichach mit einem beeindruckenden Kulturprogramm aufwarten kann, was den lokalen Vereinen zu verdanken ist. Das San Depot kann hier aber nur ein Provisorium bleiben auf der Suche nach der lang ersehnten kulturellen Stadthalle.

 

Eines stellte sich schnell heraus: Das San Depot hat genau die richtige Größe für eine Veranstaltung wie das Fest am Wochenende. Fast familiär genossen hier Besucher wie Veranstalter die kulturellen Projekte – und genau so muss es bei einem solchen Event sein, um die entsprechenden Botschaften mit der Kunst, der Musik und dem Theater liefern zu können.

 

 

 

Das Theaterstück „Wer ist der Hirsch im grünen Forst?“ war ein gelungener Einschub zwischen Musik- und Ausstellungsprogramm. Ordentlich gelacht wurde bei der Suche nach dem Hirschen und am Ende stellte das Ensemble fest, „die allergrößten Hirschen sind heut im San Depot beim Pirschen“. Die Wildererdrama-Parodie von Anton Ehrlinger wurde von Regisseurin Claudia Flassig „verschrägt“, wie sie ihre Interpretation selbst beurteilte. Die Auswahl fiel auf dieses Stück, weil es rein örtlich gesehen die Begebenheiten des San Depots in sich vereint: Hier gibt es auch Wasser, Wald und eine kleine Schlucht. Claudia Flassig ist eigentlich Realschullehrerin für Deutsch und Kunst, die Leidenschaft fürs Theater setzt sie aber schon lange um. Seit 1986 ist sie schon beim Aichacher Volkstheater. Der Verein feiert nächstes Jahr seinen 30. Geburtstag. Für solche Theaterprojekte hält Claudia Flassig das San Depot für perfekt, gerade der „morbide Charme und das Provisorische“ erzeuge hier die nötige Stimmung.

 

 

Das San Depot Fest war die letzte Möglichkeit für Interessierte, die Ausstellung des Nürnberger Künstlers Bernd Klötzer in Aichach zu sehen. Der Bildhauer zeigte eine Auswahl seiner Werke von 1974 bis heute unter dem Titel „Gleiches – Ungleich“. Der Künstler, der Malerei studiert hat, hat in diesen Werken unterschiedliche Materialien zusammengeführt und ihre Unterschiedlichkeit in Gleichheit verkehrt, zum Beispiel, was die Form oder das Gewicht angeht. Bei komplexen Ideen hat er Hilfe von entsprechenden Handwerkern hinzugezogen, unter anderem von einem Schlosser und einem Schmied. Für viele mag gerade moderne Kunst schwer zugänglich sein, doch Besucherin Anita Linzenkirchner aus Aichach konnte diese Angst entkräften, die Werke Bernd Klötzers zum Beispiel erklärten sich von selbst, wenn man sie nur auf sich wirken lässt, meinte sie.

 

 

 

Für den musikalischen Teil sorgte am Samstag die Reste Rampe Bluesband, eine abgespeckte Version der J.J. Bluesband, die nun seit 25 Jahren ihr musikalisches Können dem Blues widmet. Die Akustikversion präsentierte ein Programm, das für die ganze Veranstaltung stehen könnte: klein, aber fein. Manche Besucher konnten nicht anders, als das Tanzbein im San Depot zu schwingen.

 

 

 

Am Sonntag lieferte Mannis Musicbox den musikalischen Tagespunkt. Auf einem Banner, seiner Musicbox, hatte Manni Fritsch eine bunte Mischung aus Songs jeder Richtung und vieler Jahrzehnte zusammen gestellt, aus der sich die Gäste Stücke aussuchen konnten. So spielte Manni unter anderem „Roxanne“ von The Police, „Let it be“ von den Beatles und „Davon geht die Welt nicht unter“ von Zarah Leander. Da war für jeden Musikgeschmack etwas dabei.

 

 

 

Gerade die Aichacher Jugend scheint skeptisch gegenüber neuen Projekten, vor allem im Namen der Kultur. Nicht viele traten den Weg zum kulturellen Sommerfest an. Unbegründet, wie sich wieder einmal zeigte, denn sogar ganz junge und kleine Besucher konnten sich für das Rahmenprogramm begeistern. Kunst kennt kein Alter und keine Grenzen – das wurde dieses Wochenende deutlich.

 

Text und Fotos: Nayra Weber

 

Spielort

Herbstinszenierung:

TSV-Turnhalle

Donauwörther Straße 12

86551 Aichach

 

Jugendtheater:

Beim Canada

Hofmarkstr. 5b 
86551 Obermauerbach

 

Kontakt

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