Verein

Zur Geschichte unseres Vereins

Volkstheater… manch einer mag mit diesem Begriff sofort die Assoziation zum derben Schwank oder zur bäuerlichen Komödie haben, hatte doch das Volkstheater bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Aufgabe, sich vom höfischen Theater abzuheben und das zu bieten, was bei der breiten Masse Anklang findet. Doch nur Anklang zu finden ist es nicht, worauf das Aichacher Volkstheater sein Augenmerk legt. Theater vom Volk fürs Volk wollte man schon immer spielen, der Wunsch, jedem zu gefallen, sollte aber nicht das Ziel sein. Nein, man will sich selbst gerecht werden, denn die Ansprüche sind mittlerweile hoch und das, was man dem Zuschauer bietet, soll den guten Namen auch verdient haben.

 

Vor über 30 Jahren gegründet, hatte der Verein seine Wurzeln tatsächlich im ländlichen Lustspiel, wandte sich aber sehr schnell sozialkritischen Autoren wie Ludwig Thoma, Heinrich von Kleist oder Hugo von Hofmannsthal, letztere jeweils in bayerischen Bearbeitungen, zu. Bevorzugtes und seither festes Ziel war es, nicht auf der Stelle zu treten und vor allem nicht auf ausgetretenen Pfaden zu wandeln. Als Folge dieser Einstellung ergab sich bereits in den ersten Jahren eine große Bandbreite an Theaterstücken, die vom ländlichen Dreiakter über eine erste Boulevardkomödie bis hin zum barocken Mysterienspiel reichte.

 

Als der Spielleiter der ersten Stunde, Walter Gärtner, völlig überraschend verstarb, übernahmen in den Folgejahren die Spielleiterinnen Ingrid Predasch und Claudia Flassig die Inszenierungen. Angetrieben von der Lust am vielfältigen und facettenreichen Spiel folgte nun eine Zeit intensiver Fortbildungen in Rollenarbeit, Regieführung und experimentellem Theater. Keine der Inszenierungen sollte eine vorgegebene Interpretation enthalten, sondern selbst mit der Truppe entwickelt werden. Aufwändige Bühnenbilder traten in den Hintergrund, das Spiel selbst nach vorne. Vieles, was man in den ersten Jahren für undurchführbar erachtet hatte, wurde nun möglich: Schnelle Szenenwechsel, Verwandlungen des Ortes und der Zeit, Pantomime ersetzte Requisiten, Phantasie die Gebundenheit an fest installierte Bühnenelemente. Dass trotzdem oder gerade deshalb eine konsequente und genaue Arbeitsweise in Technik, Maske, Rollenarbeit usw. nötig ist, erfuhren die Beteiligten vor allem in der engen Zusammenarbeit mit Hans Kriss, mit dem man erstmals einen Profi als externen Regisseur engagiert hatte. Unter seiner Führung konnte mit Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“ der erfolgreiche Versuch gemacht werden, sich den großen Autoren des Literaturtheaters zuzuwenden. 


Eine sehr motivierende Anerkennung der Arbeit des Aichacher Volkstheaters stellte  2005 die Verleihung des Kulturförderpreises der Stadt Aichach dar und man sieht es nach wie vor als Verpflichtung, die in der Begründung erwähnte künstlerische Vielseitigkeit und Qualität auch zukünftig zu sichern.
Seither verfolgt das Aichacher Volkstheater das Ziel, bekannte oder unbekannte Autoren in seiner eigenen Interpretation umzusetzen. Ganz bewusst werden deshalb wechselnde Regisseure eingesetzt, um die Vielseitigkeit der Inszenierungen zu erhalten und sich nicht auf einen typischen Regie-Stil festzulegen.

 

Neben der großen Herbstinszenierung finden auch kleinere Veranstaltungen statt. So hat sich eine Hans-Sachs-Truppe etabliert, die die Schwänke des 1494 geborenen Nürnberger Schuhmachers und Meistersängers an den Mittelalterlichen Markttagen zu Aichach im Drei-Jahres-Rhythmus auf ihre ganz eigene Weise interpretiert. An der jährlich stattfindenden Museumsnacht stellt das Aichacher Volkstheater im Zusammenhang mit der vom Kunstverein Aichach vorgestellten Kunstpreis-Ausstellung Lesungen, Auszüge und Kurzstücke vor, die z.T. aus der Feder eigener Mitglieder stammen.

 

Auch die Jugendarbeit wird nicht vernachlässigt. Sofern es die Stücke zulassen, werden möglichst viele Kinder und Jugendliche integriert, eine neu gegründete Kindergruppe feierte im Sommer 2015 unter der Regie von Markus Schneider auf dem Stereowald-Festival Premiere von „Prinz Schweinehirt“. Im Folgejahr wurde die heitere Gruselkomödie "Hat jemand Angst vor Argie Schlotter?" beim Canada in Obermauerbach präsentiert. Dort wird auch das Stück "Zukunft war gestern" mit vier Aufführungen dargeboten werden. Weitere Stücke der Kinder- und Jugendgruppe sind in Planung.

 

Robert Predasch, 1. Vorsitzender
Claudia Flassig, Spielleiterin

Spielort

Herbstinszenierung:

TSV-Turnhalle

Donauwörther Straße 12

86551 Aichach

 

Jugendtheater:

Beim Canada

Hofmarkstr. 5b 
86551 Obermauerbach

 

Kontakt

kontakt@aichacher-volkstheater.de

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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